Die Standfestigkeit auf die Bühne, bitte!
Man muss ja nicht den Teufel an die Wand malen.
Aber wenn man sich ein bisschen vorbereiten kann auf turbulenter werdende Zeiten, ist das vermutlich nicht die schlechteste Idee.
Die beste Vorbereitung ist die, die uns standfester macht.
Das hilft immer.
Turbulenzen hin oder her — wenn man weiss, dass man sich auf sich selbst verlassen kann, ist das ein beruhigendes Gefühl.
In den letzten Jahren habe ich festgestellt:
Um mich in stressigen Zeiten auf mich selbst verlassen zu können, brauche ich vor allem eins: meine Kraft und Energie bei mir.
Die Siebenzwetschgen beieinander, sozusagen.
Deshalb beschäftigt mich immer wieder dieselbe Frage:
Was hilft mir, Kraft und Energie zu sparen?
Und was sorgt dafür, dass sie ständig irgendwo versickert?
Über die Jahre ist daraus eine ziemlich lange Liste entstanden.
Für dieses Küchentisch-Blog-Dossier habe ich die zehn Kompetenzen ausgewählt, die mir am hilfreichsten (und dringendsten, yes!) erscheinen.
Triggerpotential inklusive.
Sonst wär es ja nicht von mir.
Viel Freude beim Lesen und Mitdenken!
Lili von Kontinent 8
Orientierungspunkt.
Du stehst am Anfang einer kleinen Reise, die sich über mehrere Kapitel erstreckt. Am Orientierungspunkt ist Sammelstelle, du erreichst alle Kompetenzen mit nur einem Klick. Und kannst von jeder Seite aus sofort hierher zurückfinden.
PS. Wenn du losspringst, scrolle nach dem Sprung ein Stück nach oben. Mein WordPress nimmt es nämlich nicht so genau mit der Zielstrebigkeit.
Teil 1
Über dich mit dir im Clinch und Deals, die zu viel Kraft kosten.
Kompetenz 1: Den Zusammenstoss mit sich selbst aushalten
Die Bedeutung von „survival of the fittest“ habe ich lange falsch verstanden. Wie innere Geschmeidigkeit sich im Sturm bezahlt macht.
Kompetenz 2: Die richtigen Deals erkennen
Wenn die Deals in deinem Leben dich zu viel Kraft kosten, solltest du über die Bücher gehen.
Teil 2
Über die Ruhe des Raums, das unpersönliche Heldenreisen und Fragen, die Begegnung fördern
Kompetenz 3: Raum geben
Ein Geheimnis für wachsende Gelassenheit: die Zügel öfter aus der Hand legen.
Kompetenz 4: Es unpersönlich sehen
Es passiert MIR, also ist es persönlich gemeint. Ganz sicher?
Kompetenz 5: Nackte Fragen stellen
Zu welchem Zweck stellen wir unsere Fragen? Könnten sie auch verbindend sein?
Teil 3
Über das Wesen des Wesentlichen und ziemlich schwierige Menschen
Kompetenz 6: Sich um das Wesentliche kümmern
Ein Märchen über einen König, einen Schneider und was passiert, wenn man sich die Freude nehmen lässt.
Kompetenz 7: Um etwas bitten können
Über zu schwere Klaviere, Regenbogenponys und den Respekt, den ein ehrliches Bitte erfordert.
Teil 4
Über kleine Gesten, grosse Wut und die Sanftheit mit Vogelkindern
Kompetenz 8: Mit der Wut umgehen lernen
Eine Rose mit vielen Dornen. Und wie wir sie auf unserem Planeten zum Blühen bringen.
Kompetenz 9: Die Kunst der kleinen Gesten beherrschen
Warum wir uns wie Menschen behandeln sollten. Und seelische Grausamkeit bestraft gehört.
Kompetenz 10: Die tiefe Kameradschaft mit sich selbst erlauben
Du sollst an deiner Seite stehen. Wegen allem, was du bist.
Kapitel 1: Über dich mit dir im Clinch und Deals, die zu viel Kraft kosten.
#1 Den Zusammenstoss mit sich selbst aushalten
Unsere Gesellschaft befindet sich in einem echten Wandel.
Das lässt sich überall beobachten:
Der Druck steigt auf allen Ebenen, alte Systeme funktionieren nicht mehr einwandfrei oder machen den Eindruck, beim nächsten Sturm sang- und klanglos in sich zusammenzufallen.
Wir werden weiterhin ordentlich durchgeschüttelt werden.
Und wer wird das Durchschütteln am gesündesten überstehen?
Nicht die Grössten, nicht die Stärksten.
Die Biegsamsten.
Die, die wissen, wie man sich elastisch, geschmeidig und anpassungsfähig hält.
(Und damit meine ich nicht die Wendehälse, die sich immer dahin drehen, wo die Sonne am schönsten scheint. Obwohl ich mir keine Illusionen darüber mache, dass es die mehr als zuhauf geben wird.)
Nein, die, die es schaffen, alles im Aussen in eine innere Lerngelegenheit und Wachstumschance zu verwandeln.
Das wäre SO hilfreich! (Ich gebe Bescheid, wenn ich soweit bin. 😅)

Wie reagieren die meisten Menschen unter Druck?
Sie werden unvernünftiger, unempathischer und unreflektierter.
Wie reagieren die meisten Menschen unter Dauerdruck?
Sie befinden sich im Dauerkrieg.
Und im Krieg ist alles erlaubt.
Es ist dann eben auch erlaubt, diesen inneren Krieg permanent ins Aussen zu tragen, weil es viel ungefährlicher ist, sich ein Feindbild zu suchen und zu kämpfen, anstatt mal zu schauen, woher der Aufruhr wirklich kommt.
Wenn du in den nächsten Jahren feststellst, dass dir immer irgendwo Krieg begegnet , dann mach es wie Dr. Hew Len und schau nach innen:
Wo finde ich es in mir?
Was kann ich in mir annehmen und liebevoll an meiner Seite sein lassen, um nicht auch zur Brandbeschleunigerin zu mutieren?
Was kann ich JETZT für mich tun, um meine Energie bei mir zu behalten?
Um mit dieser Energie dafür zu sorgen, biegsam, geschmeidig und weichherzig zu bleiben?
Dann ist zwar Krieg. Aber du gehst nicht hin.
PS. Vielleicht willst du während der nächsten Kapitel gleich testen, ob es dir hilft. Wenn du beim Lesen einzelner Texte Widerstände, Ärger oder Ablehnung spürst, lohnt sich ein Blick darauf.

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Jeden Donnerstag ein kleiner Denkimpuls vom Küchentisch. Damit du die Siebenzwetschgen beieinander hast.
#2 Die richtigen Deals erkennen
Die richtigen Deals.
Das klingt so geschäftsmässig, oder?
Wenn man das hört, kommen doch sofort Bilder von Menschen in Anzügen in den Sinn, die nach langen Verhandlungen schwungvolle Unterschriften auf Vertragsstapel setzen und sich lächelnd die Hände schütteln, während ihr Blick zu den Kameras schwenkt.
Dabei könnte man eins leicht vergessen:
Alles im Leben ist ein Deal.
- Du gibst deine Kraft und Zeit und erhältst im Gegenzug Geld.
- Du bist eine gute Freundin und kannst dich im Gegenzug darauf verlassen, dass sich dein Gegenüber auch als solche erweist.
- Du liebst und kümmerst dich und erwartest im Gegenzug, dass du zurückgeliebt wirst und man sich auch um dich kümmert, wenn es mal nötig sein wird. Oder dass man dich zumindest nicht für völlig selbstverständlich hält.
- Du investierst in eine Ausbildung und willst im Gegenzug davon ausgehen, dass sich die Investition lohnt, weil die Ausbildner wissen, wovon sie sprechen.
Alles ist ein Geben und Nehmen, alles ist ein Deal.
Ein guter Deal ist einer, in dem Balance herrscht. In dem man nicht das Gefühl hat, ständig übervorteilt zu werden oder faule Kompromisse eingehen zu müssen.
Oder andersherum: In dem man nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist und nimmt und nimmt. Ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, dass es einen Dealpartner gibt, der den guten Deal ebenfalls braucht.
Wenn du eher zu denen gehörst, die mehr geben als nehmen: Überleg dir, was du dabei verlierst.
Neben deiner Zeit und Lebenskraft vielleicht auch ein Stück Selbstachtung?

Ich weiss nicht, wie viele falsche Deals ich in meinem Leben eingegangen bin. Gegeben, nichts zurückbekommen. Gegeben, über den Tisch gezogen worden. Irgendwann konnte ich nicht anders, als mir ernsthaft die Frage zu stellen: Warum lande ich immer wieder in diesem Elend?
Die Antwort war überraschend simpel:
Ich wusste weder, was ein guter Deal ist.
Noch, dass ich ihn verdient habe.
Ein guter Deal lebt von gegenseitiger Unterstützung.
Echter Unterstützung.
Ich rede nicht von Wertschätzungs-BlaBla.
Ich rede nicht von “Das hast du toll gemacht, du bist die Allerbeste!”
Ich rede von sowas hier:
“Ich brauche etwas von dir. Und DAS bekommst du im Gegenzug zurück. Bist du damit einverstanden? Ich hoffe, wir werden noch lange gute Deals miteinander eingehen, denn du bist mir wichtig und was du zu geben hast, ist wundervoll. Ich danke dir.”
Alles andere ist Energieverschwendung und sollte so bald es geht zur Sprache kommen.
Gute Deals nähren beide Seiten.
Schlechte Deals hinterlassen irgendwann nagenden Hunger.
Liebe Lili,
so ein wichtiges Thema, auch grad jetzt wieder für mich, und ich freu mich sehr, dass es so ein ausführlicher Blog ist und ich ihn mir Stück für Stück zu Gemüte führen kann. Dank dir fürs Erfahren, Sammeln und der Welt Schenken!
Liebe Esther
Ich weiss, wie viel du zu tun hast.
Deshalb schätze ich es so sehr, dass du dir die Zeit nimmst, meinen Blog zu lesen und sogar einen Kommentar zu hinterlassen.
Weisst du, woran ich gerade gedacht habe?
An uns im letzten Juni. An den Roadtrip an den See. Schlafen unter einem Feigenbaum. Den ganzen Tag im Schatten liegen. Dein Zimt-Müsli. Lesen, reden, dösen.
An Beate, die Glückliche. An unsere Frage, ob man auch ein schönes Leben haben kann kann, wenn man an sich selbst vorbei lebt. Und ob ich mich traue, vom Fünf-Meter-Brett zu springen. (Nein. Oder?)
An die Stunden am Fluss. Und das Gewitter, das fast schneller war als wir. An deine Bitte, so langsam zu fahren wie möglich. An Haselnusskaffee mit Reismilch. An belegte Brote mit frischem Gemüse.
An Tage, die nicht aufhören wollten, weil sie wussten, wie schön sie sind.
Die wünsch ich uns jetzt auch, die Tage im Juni, die man nie vergisst.
Bis bald am Fluss oder See!
Lili
So schön, diese Erinnerungen <3
Bald schaffen wir neue.. und sicher wird es etwas mit Wasser zu tun haben 🙂
Jep! Meer wäre wieder mal gut! 😊 🥳