Zeit, Don Quijote vom Pferd zu holen

Die Welt schreit Antworten, laut und entschieden.
Und keine davon stimmt für dich?

Der Weg aus dem Lärm führt nach innen.
Warum ich Selbsterkenntnis für die tragende Säule halte. Und was ein alter Ritter damit zu tun hat.

Veröffentlicht am Kategorisiert als Die drei grossen S, Über Human Design
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Auf Kontinent 8 schreibe ich am liebsten über die drei grossen S:
Selbsterkenntnis, Selbstführung und Selbstfürsorge.

Warum? Weil diese drei Bausteine für mich die Basis darstellen.
Drei Säulen, auf denen meine Gesundheit ruht.

In einer Welt, in der jeder seine ganz eigene Meinung dazu hat, wie man am schnellsten gesund und glücklich wird und diese Meinung laut und entschieden durch die Gegend schreit — wie findest du heraus, was FÜR DICH STIMMT?

Meine Antwort: mithilfe der drei grossen S.

Ich verkauf dir was.

Ich hab wirklich lange gebraucht, um das zu kapieren.

Die Welt kann keine Orientierung sein.

Schau sie dir an, unsere Welt. Sie ist wunderschön, bunt und vielfältig.
Und sie wird schneller und lauter, weil immer vernetzter.
Und die Menschen in dieser Welt sind sehr, sehr unterschiedlich, was Tempo und Gesinnung betrifft.

Wenn du also nach Orientierung suchst, zum Beispiel im Internet, findest du eine Vielzahl von Antworten:

Manche sind fundiert, aber einseitig. Einseitig, denn es ist die Antwort eines Menschen, für den es funktioniert hat. (Und dazu könnte ich jetzt eine ganze Reihe an Blogartikeln schreiben — wie so ein Mensch darauf reagiert, wenn man ihm sagt, dass seine Antwort für einen selbst vollkommen nutzlos ist.)

Manche sind zusammengeschustert aus vielen Antworten, die sich vielversprechend anhören.

Manche sind völliger Bullshit, werden aber so klangvoll und geschickt verkauft, dass man sich selbst mit Schrecken dabei zusieht, wie man gar nicht schnell genug die Kreditkarte auspacken kann.

Ich habe aus allen Antworten etwas gelernt. Aber eine lange Zeit nicht das, was ich wirklich lernen wollte.

Was mich zu der Frage gebracht hat, die mich dann sehr beschäftigt hat: Wie werde ich besser im Unterscheiden zwischen dem, was gut und was nicht so gut ist da draussen? Wie finde ich das, was ich brauche, ohne vorher massenhaft Geld beim Fenster hinauszuwerfen? Wie kann ich meine Urteilsfähigkeit so schärfen, damit ich am Ende weiss: Das hat Bestand?

Indem ich mich selbst kennenlerne.
Indem ich meinen Fokus darauf lege, wer ich bin und wie ich an die Dinge herangehe.

Selbsterkenntnis führt zu Selbstführung. Und Selbstführung führt zu Selbstfürsorge, die DICH meint. Nicht Max Meier aus der Muckibude, nicht Frau Guru von und zu Rettungsboot.

DICH.

Und das führt wieder zu mehr Selbsterkenntnis. Und so geht das.

Es schreibt sich so einfach. War und ist aber immer wieder richtig hart.

Das Gute ist: Ich bin mittlerweile recht geübt darin. Und kann dir damit eine Menge Arbeit ersparen.

Und bevor du sagst: Ja, klar! Noch so eine, die mir IHRE Antwort verkauft!!
Nein. Ich verkauf dir nicht meine.

Ich verkauf dir die Möglichkeit, DEINE EIGENE zu finden.

Und spar dir damit Zeit.

Bevor du weiterliest.

Du kannst es so machen wie ich. Du kannst jahrelang experimentieren, etwas herausfinden, abstürzen, bisschen anpassen, einiges verwerfen, einiges behalten und daran weiterforschen, dich extrem freuen, fünf Schritte nach vorne machen, dann wieder drei zurück.

Du kannst es so machen wie ich. Oder die Abkürzung nehmen.
Was ich dir sehr empfehle. Denn ehrlich gesagt: Wir haben keine Zeit mehr für lange Schlaufen.

Ab durch die Mitte ist momentan vielleicht genau das Wahre.

Das Ding, das mich auf der Selbsterkenntnis-Skala einen bedeutenden Schritt nach oben hat machen lassen, ist Human Design.

Warte noch schnell, bevor du gehst.

Leg bitte die Tatsache beiseite, dass deine Körpergraphik auf deinen Geburtsdaten basiert.

Und stell dir vor, du hörst ein paar Informationen über dich, die du höchstwahrscheinlich immer schon geahnt hast, aber nie wirklich ernst nehmen konntest, weil es oft so ziemlich das Gegenteil von dem ist, was die Welt uns glauben machen will.

Und mit diesen paar Informationen kannst du punktgenau ansetzen, um dich selbst besser kennenzulernen.

Gut, also. Wenn du jetzt gehst, kein Problem. Hat mich gefreut!
Wenn du bleibst: Ich habe hier einen alten Ritter für dich.

Der leidende Egospinner

Die drei Säulen, auf denen meine Gesundheit ruht.
Sind sie stabil, bin ich ausgeglichen, kreativ und lebensfroh.
Wackelt eine, wackeln die anderen mit. Und am allermeisten wackelt „Ich“ — mein Ego.

Mein Ego, mit vollständigem Namen Egoverstand, der festgefahrene Spinner, ist, anders als vielleicht vermutet, kein selbstverliebter Ritter auf seinem weissen Pferd. (Obwohl — manchmal schon.)

Er ist vielmehr ein abgehalfterter Don Quijote, der auf seinem treuen, alten Gaul gegen Windmühlen kämpft. Und es hat mich sehr getroffen, als ich festgestellt habe: Mein Egoverstand kämpft, weil er sich nicht auskennt. Er leidet, wird bitter, voll unterdrückter Wut und Lebensunlust. Weil er Windmühlen für Riesen hält.

Windmühlen bewegen Luft. In Spanien bewegen Windmühlen heisse Luft. Mein Ritter leidet wegen heisser Luft. Das finde ich wirklich zum Lachen.

Es ist mir mittlerweile das wichtigste Anliegen, meine drei Säulen im Blick zu behalten und dort immer wieder alte, lose Teile abzuschlagen, die mir nicht mehr dienen. Dabei hab ich festgestellt:

Die tragende Säule ist die, über der Selbsterkenntnis steht.
Weil die beiden anderen sich an ihr abstützen.

Alles andere als Luxus

Bevor ich das Glück hatte, durch Human Design einen dringend benötigten Schub in Richtung Selbsterkenntnis zu bekommen, habe ich das getan, was wahrscheinlich die allermeisten von uns irgendwann tun: Ich habe versucht, mich im Aussen zu verorten.

Was wird in unserer Gesellschaft denn als wünschenswert proklamiert?

Also, auf jeden Fall sollst du gesund sein, am besten stark und jung und schön, immer frisch und gut gelaunt.

Ab da scheiden sich die Geister. Zwei Wegweiser, einer nach da, einer nach dort. Willst du das eine sein, geht das andere hops. Zwischendrin gibt’s sowieso nix.

Wir gehen dahin: All das, was du standardmässig mitzubringen hast, ergänzt durch den Heldenkranz der Märchen und Mythen unserer Welt. Bitte eine Lichtgestalt! Die andere anführen kann, die immer eine Lösung weiss, die sich durchsetzt, Gefahren besteht, andere aus derselben rettet. Der coole Cowboy, der edle König, der gerechte Rächer.

Wir gehen dorthin: All das, was du standardmässig mitzubringen hast. Aber ohne das Helden-Klimbim. Wenn wir Helden wollen, gehen wir auf Netflix. Ansonsten sind die nur anstrengend. Bitte lieber angepasst, dauernickend, stets an das Wohl der anderen denkend, alles Unbequeme unter den Teppich kehrend. Angenehm, lieb, brav und nett. Mach ja keine Probleme. Probleme gibt’s schon genug.

Wenn ich mir die Systeme unserer Gesellschaft anschaue, werden wir gesammelt nach dorthin getrieben. Ein paar Helden, ok. Aber die wenigsten mag man sich heutzutage gern anschauen. Da wird’s einem Angst und Bange.

Wenn wir da steckenbleiben, in diesem Gegensatz zwischen Löwe und Lamm und dem enormen Spannungsfeld dazwischen, wird das sehr, sehr anstrengend. Und ungesund. Weshalb ich Selbsterkenntnis nicht für Luxus halte, sondern für eine Notwendigkeit.

Verschleierte Welt

Die Bilder, unter denen wir erzogen werden, die für unsere Gesellschaft richtig, gut und wünschenswert sind, sind ein riesiges Gemisch aus Erfahrungen, Vorstellungen und Erwartungen, das sich wie ein Schleier über unsere Wahrnehmung legt.

Wobei Schleier viel zu harmlos klingt. Als müsste man ihn nur zur Seite ziehen und alles wäre klar.

So funktioniert das leider nicht. Auch wenn wir etwas verstanden haben, verschwindet das, was vor dem Verständnis da war, nicht automatisch.

Wir wissen zum Beispiel, dass die Werte unserer Eltern nicht zwingend unsere eigenen sein müssen. Und trotzdem ertappen wir uns regelmässig dabei, wie viel Macht sie nach wie vor über unser Leben haben.

Wir wissen auch ziemlich genau, wie es sich anfühlt, wenn wir gegen unsere eigene Wahrheit verstossen. Wenn wir etwas sagen, was für uns nicht stimmt. Wenn wir uns anpassen, obwohl es uns längst zu eng geworden ist.

Und wir wissen ebenfalls, wie hartnäckig schlechte Gewohnheiten sein können. Wobei die schlechte Gewohnheit, ständig über die eigenen schlechten Gewohnheiten nachzudenken, manchmal die schlimmste von allen ist.

Auch Denken ist Gewohnheitssache.

Konditionierung ist deshalb weit mehr als ein Schleier. Sie sitzt mitten in uns.

Wir gewöhnen uns an äussere Wahrheiten, bis wir sie irgendwann für unsere eigenen halten. Und im schlimmsten Fall leben wir dann ein Leben, das für einen anderen ist.

Sind wir alle Pawlows Hund?

Iwan Pawlow hat seinen Hund in einem der bekanntesten Experimente überhaupt daran gewöhnt, beim Klang einer Glocke Futter zu erwarten und daraufhin hemmungslos loszusabbern — auch dann, wenn weit und breit kein Futter zu sehen war.

Den praktischen Beweis dafür liefern wir uns bis heute selbst.

Gestern zum Beispiel wurde mir, während ich auf meinem Handy fröhlich Flascheninhalte in farblich passende Behälter umfüllte, eine Werbung angezeigt: Ein ungepflegt aussehender weiblicher Spielcharakter mit struppigen, blassgrün gefärbten Haaren versucht darin, ihre beiden Kinder und sich selbst vor dem Erfrierungstod zu retten.

In mir drin war Ärger zu spüren. „Dann pass dich halt ein bisschen an und schau, dass du normal aussiehst. Dann kriegst du auch eine Wohnung.“

Ja, schlimm.
Aber das tauchte in mir auf.

Ich versuchte herauszufinden, ob ich das wirklich glaube.
Und nein. Tue ich nicht.

Aber irgendetwas in mir war überheblich und unempathisch davon überzeugt, dass jemand mit ausgebleichten grünen Haaren es nicht anders verdient hat.

Bei welchen Gedanken fange ich noch an zu sabbern, ohne dass meine Wahrheit dahintersteckt? Beim Scrollen auf Instagram? Beim Blick aus meinem Dachfenster, das weit und breit nur Villen mit grossen Gärten freigibt? Morgens im Spiegel?

Ich mache mir keine Illusionen darüber, dass die Antwort darauf Ja lautet.

Sind wir Pawlows Hund?
Sabbern wir, ohne genau zu wissen, wofür?

Blinde Flecken

Dass wir sabbern, liegt an der Konditionierung. Die hat sich so in uns eingebrannt, dass wir sie ganz selbstverständlich für die Wahrheit halten. Oft völlig unhinterfragt. (Ich muss es schon wieder sagen: Der grösste Teil unserer Gedanken rauscht einfach durch unser Gehirn. Wir haben ja KEINE AHNUNG, was wir alles denken!)

Dabei ist Konditionierung gar nicht böse. Sie ist, was sie ist. Und hat unsere Spezies weit gebracht. (Wie sonst würden sich so viele Menschen organisieren lassen, ohne dass alles im Chaos versinkt?)

Aber eins steht für mich fest: Sie stellt jede Menge Windmühlen auf.

Deshalb finde ich es wichtig, Konditionierung zu erkennen. Weil es dann plötzlich ein Unterscheidungsmerkmal gibt zwischen Wirklichkeit und Scheinwelt.

Im Human Design wird alles, was nicht zum natürlichen Wesen gehört, als Nichtselbst bezeichnet. Dieser Begriff stammt ursprünglich aus der Immunologie. Alles, was vom Organismus nicht als körpereigen erkannt wird und deshalb als potentiell gefährlich gilt, löst eine Immunreaktion aus.

Im Menschen werden anerzogene Verhaltensweisen, Strategien, Überzeugungen und Reaktionen häufig aber nicht bekämpft, sondern oft noch gefeiert: Braves Kind! Schön alles aufessen! Sei still, damit du Papi nicht störst. Jetzt wein doch nicht. Da wird Mami auch ganz traurig.

Das Kind macht mit: Ich lächle und alle sind glücklich. Ich strenge mich ganz doll an und alle sind stolz. Ich höre zu und schwatze nach und alle halten mich für klug.

Und macht das selbst dann noch, wenn es längst kein Kind mehr ist.

Das Problem: Je mehr Nichtselbst, desto mehr Fremdheit. Das Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Zuerst vielleicht nur manchmal und diffus. Aber irgendwann kommt ein Punkt, da wachst du auf und kennst dich gar nicht mehr aus: Was soll das alles hier?

Im ungünstigen Fall bist du viel zu lang in die falsche Richtung geritten.

Die sanfte Löwin, das zornige Lamm

Wo du bist ist wer du bist.

Kennst du den Spruch? Ich finde ihn genial. In mehrfacher Hinsicht.

Es gibt Menschen, die wirken überall erstaunlich stabil. Ganz egal, wo sie auftauchen oder was gerade passiert — sie bleiben einwandfrei wiedererkennbar. Echte Archetypen.

Ich bin kein Archetyp. Ich bin Löwin und Lamm und alles dazwischen.

Es kommt darauf an, wo ich bin.

An Orten, an denen ich mich wohl und sicher fühle, bin ich eine sanfte, manchmal sehr lustige und lebendige Löwin. Und wenn nicht, ein ängstlich-zorniges Lamm.

Inzwischen mache ich mir darüber keine allzu grossen Sorgen mehr. Ich schaue einfach genauer hin: Wieso wackle ich hier schon wegen Kleinigkeiten herum, während ich woanders ein echter Fels in der Brandung sein kann? Wieso werde ich an manchen Orten schüchtern, überdreht oder angepasst — und an anderen plötzlich ruhig, klar und mutig?

Wenn ich in gewissen Situationen oder mit gewissen Menschen einfach nicht zur Ruhe finde, erlaube ich mir den Gedanken: Vielleicht ist das hier einfach nicht mein Platz.

Aber was, wenn ich am falschen Platz gelandet bin und es fällt mir gar nicht auf? Wird die Fremdheit unerträglich sein?

S wie Durchblick

Es geht mir dabei nicht darum, nur noch dort zu bleiben, wo alles reibungslos läuft.
Ein gesunder Ort ist nicht automatisch ein bequemer Ort.

Wachstum entsteht ja oft, wo wir einer Herausforderung begegnen, die uns zwar durchrüttelt — aber nicht von uns selbst wegführt.
Es darf Angst machen. Bis in die Grundmauern erschüttern. Und trotzdem ist da gleichzeitig dieses winzige Licht: Irgendwie schaffe ich das. Weil es dazugehört.

Genau das scheint mir der wichtigste Unterschied zu sein:
Ob uns etwas fordert und dabei wachsen lässt — oder ob wir uns selbst im Stich lassen, weil wir glauben, es müsse eben so sein.

Selbsterkenntnis hilft dabei, diesen Unterschied klarer wahrnehmen zu können. Und Selbstführung kann sich ganz natürlich daraus ergeben — als eine Art Selbst-Disziplin, aber nicht die harte, optimierende Art.

Die Disziplin, mich auf mein Selbst zu konzentrieren statt auf mein Nichtselbst.

Das Selbst

In der Mitte der Körpergraphik liegt das Selbst.
Es ist das Zentrum, das für Richtung steht. Für Identität. Und für Liebe.

Im Selbst geht es nicht um Kraft und Energie.
Es geht darum, immer wieder den richtigen Platz für sich zu finden. Wo man ganz und authentisch ist. Und sich nicht trotz, sondern wegen aller Stärken und Schwächen mag.

Jetzt stell dir vor, jeder würde sich an seinem Selbst orientieren. Wir würden viel weniger torkeln. Und deshalb wahrscheinlich auch nicht mehr so oft zusammenstossen.

Orientiert am Selbst wäre das Nichtselbst halt auch da. Als Beobachtungsauftrag. Als Film, den man sich anschaut. Und dabei viel zu lachen hat.

Orientiert am Selbst machen all diese Wörter plötzlich Spass: Selbstdisziplin. Selbsterkenntnis. Selbstfürsorge. Du kümmerst dich um das, was dir deine Richtung gibt. Und landest immer wieder dort, wo du mehr du selbst werden kannst.

Den Ritter vom Pferd

Im Human Design wird das Selbst, das dich führt, durch etwas sehr Konkretes definiert: die innere Autorität.

Bei den allermeisten Menschen sitzt sie irgendwo im Körper. Niemals im Verstand.

Plötzlich dürfen wir unsere Entscheidungen hören, spüren oder fühlen statt sie angestrengt zu durchdenken. Den alten Ritter runter vom Pferd.

Gut so. Denn der Egoverstand hängt an seinen Strategien. An seinem immerwährenden „Ja oder nein? Gut oder schlecht?“ Und wenn er sich absolut sicher ist, kann man sich nicht mal richtig freuen. Denn dann hat er sich nur wieder seine alten Geschichten bestätigt.

Und wir erfahren nie, dass es auch neue Geschichten gäbe. Überraschend nette vielleicht.

Im Kontakt mit dir selbst

Einer meiner Human Design-Lehrer sagt oft:

„Selbstliebe ist kein Zustand. Sie ist ein Verhalten.“

Ich glaube, genau das meint Selbstfürsorge im besten Sinn: die gesunde Fähigkeit, mich nicht permanent ohne Kontaktaufnahme, ohne Rückfrage, ohne Echo und ohne Selbstrespekt im Stich zu lassen.

Sich selbst ständig zu verlassen, schwächt. Und weil wir Menschen so komplexe Systeme sind, in denen alles mit allem zusammenhängt, bleibt diese Schwächung selten auf einen Bereich begrenzt.

Sie betrifft irgendwann das Ganze.

Unsere Geisteshaltung genauso wie unser Immunsystem.
Unsere Wirbelsäule genauso wie unseren klaren Blick.
Unsere Beziehungen genauso wie unseren Schlaf.

Und oft merken wir lange nichts davon.

Wenn die ersten Symptome auftauchen, haben wir wohl schon mehrfach das Warnsignal überhört.

Achtung, Achtung! Verbindung zum Selbst wiederholt unterbrochen. Kontaktaufnahme dringend empfohlen.

Danke im Voraus.
Die drei grossen S

Und was machen wir jetzt?

Ich bin wirklich beeindruckt. Du hast es bis hierher geschafft.

Ich hoffe, du spürst es. Ich will dir nicht meine Antwort verkaufen.

Die Antworten, die für dich passen, findest du eh nur in dir.

Wenn du die immer besser hörst, sind die Antworten der Welt plötzlich keine Riesen mehr, gegen die der arme Ritter kämpft. Es sind einfach Antworten, an denen du sehen kannst, was für dich gut und richtig ist.

Im Juni veranstalte ich eine kleine Küchenrunde. Ich werde mit dir und ein paar anderen durch die Zentren schlendern, die innere Autoritäten sind. Euch erzählen, was ich darüber weiss. Und mit Freude zuhören, wenn ihr auch erzählen wollt.

Termine und alles weitere findest du bald hier auf Kontinent 8.

Und lass dir meine Post zusenden.
Da sitzen Don Quijote und ich am Küchentisch.
Mit Lämmern und Löwen.
Dafür ohne Rosinante, das treue Pferd. Das ruht sich auf der Wiese aus.

Ich bin Lili.

Und merke immer wieder, dass Schreiben therapeutisch ist. Meinen Egoverstand mit Don Quijote zu vergleichen, hat mir irgendwie gut getan.

Ich mag den alten Ritter ja. Ich mag nur nicht, wenn er gegen Windmühlen kämpft.

Wenn du ein bisschen mit uns beiden abhängen willst — du weisst, wo du uns findest.


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