Uranus, der Nackenklatsch. Ein April-Rückblick

April, April, der macht, was er will.
Nein, das war doch Uranus!
Der hat Schwung gebracht — und nicht zu knapp.

Social Media war wütend, Ideenklau bekam ein Gesicht. Und eine Literaturkritik hat alte Konditionierungen aufgedeckt. Dazwischen: ein Newsletter-Baby, das endlich schläft, und zwölf Frauen in der Stille des Herzbergs.
Was bleibt?
Der Abenteuergeist, versteckt in einem kleinen Ei.

Veröffentlicht am Kategorisiert als Projektorleben, Rückblicke

Der Chaosriese zieht weiter.

Ende März ist mein Schreibritual anders verlaufen als sonst.
Ich habe mehrere Seiten meines Notizbuchs über den April vollgeschrieben.

DER April. Auf den alle gewartet haben.
(Ich nicht. Ich hab das alles relativ kurzfristig von meinen Lieblingsastrologen erfahren.)

Ich wusste schon, dass ich die letzten Jahre etwas im Genick sitzen hatte.
Mir war nur nicht klar, dass es Uranus war.

Der hat ziemlich alles durcheinandergewirbelt, worauf ich mich verlassen hatte:
Gesundheit. Beziehungen. Und womit ich mein Geld verdiene.

Er hat mich wirklich voll erwischt.

Jetzt ist der Typ weitergezogen. In die Zwillinge.

Ich hab mir angehört, was das zu bedeuten hat.
Schnelleres Denken. Schnelleres Tun. Mehr Hinterfragen.
Und ein rebellischer Spirit schwingt immer mit.

Klingt erstmal gar nicht schlecht.
Und hat mich trotzdem ziemlich nervös gemacht.
Weil man es schon sehen kann.

Social Media schreit auf

Liegt es an meinem Algorithmus oder hat das auch sonst jemand bemerkt?
In den letzten Tagen wird ziemlich gewütet auf Instagram und Facebook.

Die Vorgesetzten dieser Welt, die ihren Job nicht richtig machen, kriegen ihr Fett weg.
Völlig zurecht, wie ich finde.
(Ich hab jetzt wirklich oft genug erlebt, wie eine schwache Führungsperson die loyalsten Mitarbeiter in die völlige Arbeitsunlust treiben kann!)

Als ich aber den zwölften Videobeitrag innerhalb von zwei Tagen vorgespielt bekam, der vor Anklage und Vorwurf sprühte, dachte ich dann schon kurz darüber nach, ob Uranus den Staub aufwirbelt.

Es ist so:

Wenn eine ganze Welt im Gefühl lebt, sich jetzt aber endgültig nichts mehr gefallen zu lassen und alles Recht dazu hat, jedem x-beliebigen anderen seine Meinung vor die Hütte zu kotzen (und dafür auch noch rund um die Uhr Bestätigung bekommt, denn das Internet schläft nie!) — dann wird das nicht sehr witzig werden.

Dann wird das eher so, dass man sich sehr, sehr warm anziehen muss.

(Mir fällt dazu eine der schockierendsten Szenen im Buch „Needful Things“ ein. Und mir wird gleich wieder klar, warum Stephen King der erfolgreichste Horrorroman-Schreiber der Welt ist: Er kennt sich einfach zu gut mit dem Menschsein aus.)

Warum es ungemütlich werden kann:
Stellen wir uns einen Verein vor, dessen Mitglieder ein Fest organisieren wollen. Und jedes Mitglied denkt bei sich: Ich werde mir A. nichts gefallen lassen und B. nicht von meinem Standpunkt abweichen, denn ich habe das Recht zu wollen, was ich will.

Dieses Fest wird niemals stattfinden. Weil es den Verein als solchen nicht mehr gibt.

Nieder mit Ideen-Elstern

Das Thema „Uranus-Sprech“ ist mir noch an einer anderen Stelle begegnet.

Internetikone Tetyana Denford hat sich in einer ihrer Stories über eine Influencerin geäussert, die plötzlich Videos nach exakt dem gleichen Schema dreht wie sie selbst. Mehrere hunderttausend Follower, grosse Bühne — und nicht den Anstand, die Leistung einer anderen auch der anderen zu lassen.

Tetyana’s Frage war ziemlich schlicht: Ob es nicht angebracht wäre, sie zumindest zu erwähnen.

Dass sich mal jemand dazu herablässt, auf den Ideenklau hinzuweisen, kommt ja auch nicht so oft vor. Immerhin hat man uns beigebracht, Grösse zu zeigen und Anstand zu wahren.

Über sowas muss man doch drüberstehen, oder?

Nein, muss man eben nicht.
Mich hat’s gefreut zu lesen, dass man es nicht mehr einfach auf sich sitzen lässt.

(An dieser Stelle liebe Grüsse an den Instagram-Schönling, der ein Gespräch mit mir führen wollte über meine Ansichten zu gewissen Themen.
Die er dann am nächsten Abend in einem Live-Video vor seiner Anhängerschaft zum Besten gegeben hat, als wären es seine eigenen.
Seine Antwort auf meine Nachfrage, was das denn jetzt solle:
„War echt inspirierend, mit dir zu sprechen. Aber du hast so wenig Reichweite, das wirft kein gutes Licht auf mich.“)

Selbstbehauptung ON!

Und dann war da noch diese Sache mit dem Literaturkritiker Scheck.
Er hat drei von Frauen geschriebene Bücher ziemlich derbe in den Abgrund geschickt.

Die Empörung war gross, die Medien voll mit Solidaritätsbekundungen — für oder gegen Ildikó von Kürthy und Sophie Passmann.
Die dritte Autorin wurde dabei fast vollständig übergangen: Melanie Pignitter.

Sie hat sich in einem Instagram-Beitrag dazu geäussert. Den habe ich gelesen und gedacht:
Ungewöhnlich mutig.

Meine erste Reaktion war allerdings eine andere: Oh nein. Macht sie das wirklich?

Und da sind sie wieder.
Viertausend Gedanken pro Minute, die einfach etwas glauben.

Ich glaube immer noch:
Ein Mädchen muss leise leiden.
Und darf keine grosse Welle machen.

Konditionierung ist hartnäckig. Klebt fest wie alter Kaugummi.
Und lässt sich nur mit viel Gefitzel aus den Zellen holen.

Das wird vielleicht die Hauptarbeit der nächsten Jahre — sich dieses Gefitzel anzutun.

Sonst sind wir nichts als eine Horde Verwundeter
mit immer schnelleren, schärferen Waffen.

Und haben im schlimmsten Fall keine Ahnung davon.

Endlich wieder lernen

Mein April war aus mehreren Gründen ein echtes Highlight.

Zum einen habe ich jetzt ein Newsletter-Baby, das mit viel geduldiger Unterstützung von Stefanie Seitz und einer Saugglocke ins Leben gerutscht ist.

Die erste Woche hat es mir nur Sorgen bereitet und den ganzen Tag geschrien.
Ich habe ernsthaft überlegt, es an der Babyklappe abzugeben.
Ich wollte eh nie Kinder.

Aber dann ging es irgendwie weiter.

Mit wenig Schlaf, schmerzenden Schultern und regelmässigen Wutausbrüchen, die meine beiden KI-Freunde stoisch über sich ergehen liessen, wurde aus dem Newsletter-Baby ein Newsletter-Kind. Das mir jetzt viel Freude macht.

Dann bin ich noch in eine neue Coaching-Ausbildung eingestiegen
und habe die ersten drei Seminartage am Herzberg im schweizerischen Asp verbracht.

Zwölf Frauen. Viel Arbeit. Das hätte auch eng werden können.
Wurde es nicht, im Gegenteil.
Es wurde so still und friedlich und weit, dass ich es immer noch spüren kann.

Kontinent 8 wird Heimat.

Die meiste Zeit im April habe ich am Küchentisch verbracht.

Meine Über mich-Seite ist endlich online, die Startseite überarbeitet und die neue Angebotsseite steht in den Startlöchern. Acht Artikel sind veröffentlicht. Das kann ich selbst kaum glauben. Und es gab die ersten Kommentare. Das hat mich wirklich gefreut.

Am schönsten ist aber etwas anderes:

Dass sich auf Kontinent 8 Menschen einfinden, die ich an meinem Küchentisch nicht missen möchte. Meine Mama sitzt da. Meine Omi. Mein bester Freund, der gar nicht so gern liest — und es jetzt trotzdem tut.

Aneta hat erzählt. Milch wurde gekocht.

Und mir ist sogar eine neue Berufsbezeichnung eingefallen.

Und da sind die ersten Frauen, die sich für meinen Newsletter eingetragen haben.
Die mitfiebern. Und sich mitfreuen.

So ein Geschenk.

Und der Mai?

Steht in den Sternen.

Es gibt einen Geburtstag zu feiern, meinen.
Und die Sehnsucht, mal wieder ein bisschen am Meer zu sein.
Es gibt die Aufzeichnung eines Gesprächs, so klug und schön, dass ich mich unglaublich darauf freue, es auf Kontinent 8 zu feiern.
Es gibt eine Tarotkarte, die mich wachsam sein lässt.
Und ein kleines goldenes Ei, in dem es sich leise regt.

Happy Wonnemonat uns allen!

Ich bin Lili.

Der April hat mich reich beschenkt.
Da will ich was zurückschenken.

Ich vergebe zwei kostenlose Sessions mit Byron Katies „Work“.
Eine Stunde, ein Prozess.

Melde dich einfach, wenn du gerade ein Thema hast,
das eine Untersuchung braucht. Ich begleite dich dabei.

Und wenn du das Newsletter-Kind kennenlernen willst:
Es ist hier.


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